Die 6 häufigsten Ernährungsmythen

ginolazzaroErnährungSchreibe ein Kommentar

Herzlich willkommen,

freut mich, dass du da bist!

Ernährung ist ein omnipräsentes Thema zu dem jeder seine eigene Meinung hat. Da kann es selbstverständlich fälschlicherweise zu Sichtweisen kommen, die plötzlich von vielen Leuten als richtig angesehen werden.

Deshalb habe ich mir die, meiner Meinung nach, am häufigsten vorkommenden Mythen herausgeschrieben, sodass du daraus lernst und zukünftig deinen Freunden den aktuellen Wissensstand erklären kannst.

Übersicht:

  1. Ich bin gesund, weil ich gerade nicht krank bin!
  2. Es gibt das ultimative Diätprogramm!
  3. Fleisch essen ist gesund! - Nein, Fleisch essen ist ungesund! Was nun?
  4. Vegan zu essen ist am gesündesten!
  5. Zucker ist Gift!
  6. Man muss täglich 3 Liter Wasser trinken!

1. Ich bin gesund, weil ich gerade nicht krank bin!

Aufgrund der verzerrten Weltanschauung des Schönheitsideals der Frauen, welche heutzutage von Models repräsentiert werden, die einzig aus Haut und Knochen bestehen, meinen viele Frauen, insbesondere junge Mädchen, abnehmen zu müssen, obwohl es nicht von Nöten ist.

Dazu kommt, dass diese Radikaldiäten absolut Gesundheitsschädlich sind, da die Ernährungsweise alles andere als ausgewogen ist. Bei diesen Diätformen wird sehr einseitig und viel zu wenig gegessen. Es wird zum Teil erwartet deutlich unter 1000 Kalorien pro Tag zu essen.

Dadurch kann der Vitamin und Mineralstoffgehalt nahezu nicht mehr abgedeckt werden.

Außerdem wird in vielen Diäten von Fett abgeraten, was absolut verwerflich ist, da nahezu alle essenziellen Vitamine (Vitamine D,K,E,A) fettlöslich sind und somit nur durch Fett von dem Körper verwertet werden können. Also Finger weg von solchen Radikaldiäten!

Eine weitere Gruppe an Menschen, die nicht offensichtlich krank sind, stellen die sogenannten TOFI's dar.

TOFI seht für Thin Outside Fat Inside.

Das ist die Art von Person die nachts um 3 Uhr noch 3 Burger mit Pommes und Cola verdrücken können und keinen Gramm zunehmen.

Insbesondere Leute, die abnehmen wollen, beneiden diese Menschen - "Hätte ich nur deinen Stoffwechsel."

Was viele nicht wissen:

Man muss zwischen zwei Arten von Fettgewebe unterscheiden.

  1. subkutan
  2. viszeral

Das subkutane (unter der Haut) Fettgewebe ist das optisch ungünstige, welches sich beispielsweise an dem Bierbauch erkennen lässt.

Das viszerale (um die Organe) Fettgewebe ist jedoch die Art von Fettgewebe, das für die meisten Stoffwechselerkrankungen zuständig ist!

Ich möchte dir damit keine Angst einjagen, aber nur, weil man sich gerade nicht krank fühlt, bedeutet das nicht zwingendermaßen, dass man gesund ist!

2. Es gibt das ultimative Diätprogramm!

Angenommen ich würde dir erzählen ich könnte dich mit einem Fingerschnipsen 10 Kilo leichter machen, würdest du mir das glauben? - Nein natürlich nicht! An Magier glaubt keiner, wieso aber gibt es Abermillionen von Menschen, die an eine Diät glauben, die sie ohne weitere Nebenwirkungen in kürzester Zeit riesige Mengen abnehmen lässt?!

Du siehst, das macht rational gesehen überhaupt keinen Sinn. Der Denkfehler besteht darin, dass die Hoffnung unseren Verstand aussetzen lässt. Natürlich würde jeder gerne seinen Traumkörper in wenigen Tagen erreichen. Das ist aber ohne weitere Nebeneffekte nicht möglich.

Wir haben ja bereits gelernt: Ästhetik ist nicht gleich Gesundheit!

3. Fleisch essen ist gesund! – Nein, Fleisch essen ist ungesund!

Ein Thema das bis zum heutigen Tage noch Freundschaften auseinandergehen lässt und für riesige Streitereien sorgt. Ich hoffe ich kann es dir hiermit komplett aus dem Kopf schlagen, falls es dort auch bei dir verankert ist.

Eine Person, die Fleisch isst, kann genauso gesund sein und sogar gesünder sein, wie eine Person die sich lediglich pflanzlich ernährt. Ebenso gut, wie jemand, der sich fleischlos ernährt gesünder sein kann, als eine(r) der/die nicht auf diese Kost verzichten kann. Beim Fleisch kommt es natürlich auf die Qualität des Fleisches an.

Wichtig ist, dass das Tier viel Bewegung hatte und nicht mit Kraftfutter gemästet oder mit Antibiotika vollgepumpt wurde. Außerdem sollte man bei Wurstwaren, wie Salami oder Mortadella aufpassen, da diese sehr viel gesättigte Fettsäuren enthalten.

Für die Fleischkonsumenten spricht der hohe Vitamin B12 Gehalt in Fleisch. Vitamin B12 ist essenziell, d.h. es ist lebensnotwendig und wird nicht vom Körper selbst synthetisiert (hergestellt). 

STOP, wirst du dir jetzt vielleicht denken, wenn du in Biologie aufgepasst hast und sagen: Vitamin B12 wird doch vom Körper hergestellt. Da hast du auch recht, jedoch findet die Synthetisierung im Dickdarm statt, also kurz bevor das Vitamin B12 das Klo begrüßt, und kann somit nicht mehr vom Körper aufgenommen werden.

Jetzt wirst du dich sicherlich, wenn du dich vegan ernähren solltest fragen: "Gibt es denn nur in Fleisch und tierischen Produkten Vitamin B12, wofür braucht man das überhaupt und was passiert wenn ich zu wenig davon zu mir nehme?"

Zum ersten Teil der Frage muss ich leider sagen, dass pflanzliche Lebensmittel generell kein Vitamin B12 enthalten. Kurze Info für die Bio Streber unter uns: Es gibt Lebensmittel, die in geringsten Mengen Vitamin B12 enthalten, wie zum Beispiel Sauerkraut, Algen, Knollen- und Wurzelgemüse. Diese Mengen sind jedoch nicht ausreichend um den täglichen Bedarf von 3 Mikrogramm zu decken, auch wenn diese Zahl lächerlich klein klingt.

Vitamin B12 ist unabdingbar für die Blutbildung, die Nerven, das Wachstum, die Zellteilung- sowie -reifung und für die Energiestoffwechsel.

Hier einige Folgen eines Vitamin B12 Mangels, ohne dir damit Angst machen zu wollen, erachte ich es dennoch als notwendig dich diesbezüglich aufzuklären:

  • Blutarmut und damit einhergehend: Leistungsabfall, Blässe, Müdigkeit
  • Lähmungen
  • Verwirrung und Gedächtnisschwäche
  • Depression

... in der Schwangerschaft gibt es noch große Risiken für den Embryo:

  • Hirnkrankheiten
  • Risiko chronische Krankheiten wie Krebs zu bekommen steigt

Bevor dir, falls du dich vegan oder vegetarisch ernähren solltest, die Decke über dem Kopf zusammenbricht, kann ich dich beruhigen: du musst jetzt nicht anfangen tierische Produkte zu essen, eine Supplementierung mit Vitamin B12 ist völlig ausreichend.

4. Die vegane Ernährung ist die gesündeste!

Viele der Internetseiten oder auch Personen, die solche Hypothesen propagieren, wollen dir entweder was verkaufen oder sind zu dogmatisch, um anderweitige Literatur zu akzeptieren. Sie suchen sich selektiv Studien heraus, die ihre Ansichtsweise unterstützen.

Wenn man jedoch die wissenschaftliche Literatur absolut unparteiisch betrachtet, lässt sich keine "beste" Ernährungsweise herausfiltern.

(Selbstverständlich ist es aus ethischen und ökologischen Gründen "besser" auf Fleisch zu verzichten, um die Tiere und unseren Planeten zu schützen, das soll jedoch nicht Thema dieses Artikels sein.)

5. Gluten sollte vermieden werden!

Gluten, war jetzt nur eines der Beispiele dafür. Es hätte auch Laktose oder ähnliches sein können.

Worum es mir geht ist folgendes: 

Es hat Jahre und viele Hypothesen angedauert, bis die Ernährungswissenschaftler herausfanden, dass der kritische Faktor darin liegt, wie die Lebensmittel, die als ungesund abgestempelt werden, ersetzt werden.

Wenn Lebensmittel, die Gluten enthalten aber dennoch gesund sind, wie zum Beispiel Vollkornweizen, aufgrund der Aussage vermieden werden und stattdessen auf ungesünderen Lebensmitteln zurückgegriffen wird, führt das zu einer ungesünderen Ernährung!

Werden jedoch ungesunde glutenhaltige Produkte anderweitig durch gesündere Lebensmittel ersetzt, ist das natürlich optimal!

Merke: 

Der kritische Faktor liegt darin, wie die Lebensmittel, die als ungesund abgestempelt werden, ersetzt werden!

6. Man muss täglich 3 Liter Wasser trinken!

Dieser Mythos ist aus dem Grund unzutreffend, dass es keinen pauschalen Wert gibt, den jeder trinken muss.

Die Flüssigkeitsmenge, die man täglich zu sich nehmen muss ist abhängig von zahlreichen Faktoren:

  • Temperatur
  • Aktivität
  • Nahrung

Eine sehr aktive Person mit erhöhter Körpertemperatur, die sich sehr salzreich, gemüse- und fruchtarm ernährt benötigt beispielsweise viel mehr Flüssigkeit, als eine Person, die ihren Tag hauptsächlich sitzend in einem klimatisierten Raum bewältigt, viel Obst und Gemüse isst und wenig Salz zu sich nimmt.

Du wirst festgestellt haben, dass es keine universelle Antwort zu der Frage gibt, wie viel Wasser man zu sich nehmen muss, dennoch kann man sich an einer Richtlinie orientieren.

Richtlinie:

Man sollte alle drei Stunden pinkeln müssen und der Urin sollte möglichst hell und geruchsfrei sein.

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