Hoffaitis (Hoffascher Fettkörper entzündet) – Ursache & Behandlung

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Vorderer Knieschmerz und niemand findet so richtig die Ursache? Dann könnte dein Problem eine Hoffaitis (Entzündung des Hoffa’schen Fettkörpers) sein. Sie ist deutlich unbekannter als Patellaspitzensyndrom oder patellofemorales Schmerzsyndrom, aber in der Praxis sehr häufig.


Was ist der Hoffa-Fettkörper und wo liegt er?

Der Hoffa-Fettkörper ist ein gelblich-braunes, geléeförmiges Fettpolster direkt unterhalb der Kniescheibe, hinter der Patellasehne im vorderen Kniegelenk.

Anatomie des Hoffa’schen Fettkörpers

Warum das wichtig ist:

  • Beim Patellaspitzensyndrom zeigen Patient:innen exakt auf die Spitze der Kniescheibe.
  • Bei einer Hoffaitis liegt der Schmerz typischerweise 1–2 cm unterhalb der Kniescheibe, also dort, wo der Hoffa-Fettkörper sitzt.

Diese Unterscheidung ist entscheidend für die richtige Therapie.


Typische Symptome der Hoffaitis

Eine Hoffa-Fettkörper-Entzündung erkennst du vor allem an:

  • Schmerz bei Kniestreckung
    • Längeres Stehen oder Gehen baut den Schmerz langsam auf.
    • Schon simples „Knie durchstrecken“ im Sitzen kann wehtun.
  • Weniger Schmerz in Beugung
    Beim Beugen entsteht mehr Platz im Gelenk, der Fettkörper „wandert“ etwas nach innen und wird weniger eingeklemmt. In Streckung wird er vorne eingepresst und kann schmerzhaft einklemmen.
  • Kein Aufwärmeffekt
    Im Gegensatz zu Sehnenentzündungen (z. B. Patellasehne) wird es nicht besser, je länger du trainierst – es wird schlimmer.
  • Druckschmerz
    1–2 cm unterhalb der Kniescheibe drücken → deutlich schmerzhaft.
  • Verstärkte Schmerzen nachts / am Folgetag
    Das passt zur entzündlichen Natur des Problems.

Häufige Ursachen der Hoffaitis

Die drei typischen Auslöser:

  1. Einmaliges Trauma
    Sturz, Verdrehung oder Schlag aufs Knie (v. a. im Sport).
  2. Wiederholte Mikrotraumata
    Langfristige Überlastung, z. B. viel Joggen, Radfahren, Sprungbelastungen.
  3. Operationen am Knie
    OPs können den Fettkörper direkt reizen oder seine Biomechanik verändern.

Ist der Hoffa-Fettkörper einmal gereizt, schwillt er an, wird häufiger eingeklemmt, das reizt ihn noch mehr – ein klassischer Teufelskreis aus Schwellung und Einklemmung.


Vertiefung: Hol dir den Pain-Guide, wenn du dich hier wiedererkennst

Wenn du beim Lesen merkst:
„Genau so fühlt sich mein Knie an“
und du schon mehrere Behandlungen probiert hast, ohne dass es wirklich nachhaltig besser wurde, dann lohnt sich ein tieferer Blick.

Dafür habe ich den Pain-Guide für sportliche Menschen mit anhaltenden Schmerzen erstellt. Darin erfährst du:

  • Den wahren Grund, warum deine Therapie bisher nicht wirklich geholfen hat
  • Die häufigsten Fehler, die Sportler mit Schmerzen machen – und wie du sie vermeidest
  • Unser bewährter 5‑Schritte-Prozess, mit dem wir bereits über 100 Sportler dauerhaft zurück in ihre Sportart gebracht haben
  • Eine Checkliste zum Ausfüllen, mit der du die Inhalte direkt auf deine Situation anwenden kannst

Wenn du also nicht nur wissen willst, was eine Hoffaitis ist, sondern vor allem, wie du systematisch aus der Schmerzspirale rauskommst, dann lade dir jetzt den Pain-Guide herunter, bevor du weiterliest und die Reha-Phasen startest.


Behandlungsprinzipien: Wie wirst du Hoffaitis wieder los?

Ziel Nummer 1: Entzündung runterfahren. Erst dann lohnt sich intensiver Belastungsaufbau.

1. Provozierende Aktivitäten reduzieren

  • Stehen, viel Gehen, Joggen und Sprungsportarten deutlich reduzieren.
  • Beispiel:
    • Vorher 10.000 Schritte/Tag → starte mit 3.000–5.000 und beobachte dein Knie.
    • Alles, was den Schmerz deutlich steigert, wird vorerst gekappt oder stark reduziert.

2. Nicht in den Schmerz hineintrainieren

Anders als bei vielen Sehnenproblemen gilt hier:

  • Schmerzlevel so nah wie möglich bei 0 halten.
  • Kein „da muss man durch“ – das verschlimmert die Entzündung.

3. Schuhwerk anpassen

  • Schuhe mit Fersensprengung (z. B. normale Laufschuhe) sind oft angenehmer.
  • Barfußschuhe / sehr flache Schuhe können die Beschwerden verstärken, weil die Dämpfung und Entlastung fehlt.

Reha in 4 Phasen: Übungen & Progression

Arbeite dich systematisch durch diese vier Phasen. Nicht überspringen.

Phase 1: Trainieren „um den Schmerz herum“

Ziel: Muskulatur rund ums Knie kräftigen, ohne den Hoffa-Fettkörper zu provozieren.

Prinzipien:

  • Knie angewinkelt halten
  • Kein Druck direkt auf die Kniescheibe
  • Nicht in Endstreckung oder maximale Beugung

Geeignete Übungen:

  • Hüftabduktion im Sitzen (Band / Maschine)
  • Hüftadduktion im Sitzen
  • Wadenheben im Sitzen (stehende Variante zunächst meiden)

Phase 2: Kräftigung außerhalb der Endrange

Jetzt trainierst du auch den Kniestreckapparat, aber noch nicht in die Extrembereiche.

Übungen:

  • Wall Sit
    • Start: ca. 60–70 Grad Kniebeugung, nicht tiefer.
  • Leg Extension isometrisch
    • Knie ca. 60–70 Grad gebeugt, Position halten.
  • Hamstring Curls an der Maschine in Bauchlage
  • Hip Thrust (Langhantel oder Gerät)

Grundsatz: Noch keine maximale Streckung und keine tiefe Beugung.


Phase 3: Kräftigung in der Endrange

Jetzt tastest du dich kontrolliert in die kritischen Bereiche vor.

Übungen:

  • Rumänisches Kreuzheben
  • Split Squats
    • Am Anfang oben nicht ganz durchstrecken
    • Mit der Zeit Streckung steigern, wenn gut verträglich.
  • Leg Extension dynamisch
    • Anfangs z. B. nur bis 10 Grad Restbeugung, später volle Streckung.
  • Box Squats → später normale Back Squats
    • Tiefe und Endstreckung schrittweise erhöhen.

Phase 4: Sportartspezifische Belastung

Erst wenn Alltag und Phase-3-Übungen gut toleriert werden:

  • Landungen (einbeinig, beidbeinig)
  • Depth Jumps
  • Richtungswechsel, Sprints, Sprünge
  • Sportartspezifische Drills (z. B. für Fußball, Basketball, Leichtathletik)

Hier wirken die höchsten Kräfte im Knie – deshalb kommt diese Phase zum Schluss.


Konkreter Trainingsplan bei Hoffaitis

Frequenz:

  • 1–3 Einheiten pro Woche
  • Beginne mit 1x/Woche und steigere langsam, wenn das Knie ruhig bleibt.

Sätze & Wiederholungen:

  • Isometrische Halteübungen: 30–60 Sekunden halten
  • Dynamische Übungen: 8–15 Wiederholungen
  • Pro Übung: 2–3 Sätze

Wichtige Regeln:

  • Schmerz während und nach dem Training so nah wie möglich bei 0.
  • Keine Sprünge zwischen den Phasen (nicht von Phase 1 direkt zu 3).
  • Wenn Schmerzen erneut deutlich zunehmen → eine Phase zurückgehen.

Zusammenfassung

  • Eine Hoffaitis entsteht meist durch OPs, akute oder chronische Überlastung.
  • Typisch: vorderer Knieschmerz 1–2 cm unterhalb der Kniescheibe, schlimmer in Streckung, ohne Aufwärmeffekt.
  • Therapie:
    1. Entzündung beruhigen (Belastung reduzieren, passendes Schuhwerk, kein Training in den Schmerz).
    2. Systematischer Belastungsaufbau in 4 Phasen:
      • Um den Schmerz herum trainieren
      • Kräftigung außerhalb der Endrange
      • Kräftigung in der Endrange
      • Sportartspezifische Belastung mit Sprüngen, Landungen, Sprints

Nächster Schritt: Hol dir den Pain-Guide für Athleten mit anhaltenden Schmerzen

Wenn du sportlich bist, seit mehr als drei Monaten mit Knieschmerzen kämpfst und das Gefühl hast, dass bisherige Therapien dir nur kurzfristig oder gar nicht geholfen haben, dann hol dir meinen Pain-Guide für Athleten mit anhaltenden Schmerzen.

Im Guide erfährst du:

  • Den wahren Grund, warum deine Therapie bisher nicht wirklich geholfen hat
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Gino Lazzaro

Gino hat einen Masterabschluss in Sportphysiotherapie. Er hilft Sportlern die seit über 3 Monaten Schmerzen haben, zurück in die Aktivität zu kommen (Jetzt eine kostenlose 1:1 Schmerzanalyse buchen). Und er bildet Therapeuten evidenzbasiert aus (jetzt dem Inner Circle beitreten).

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