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Mehr InformationenSteht bei dir eine Meniskusriss OP an? Nicht so schnell! Die Datenlage zu dem Thema OP ist im Jahre 2026 deutlich differenzierter als zuvor.
Vor allem bei traumatischen Meniskusrissen (Sport/Unfall) gibt es heute zwei sinnvolle Wege, und bei degenerativen Meniskusrissen (Verschleiß) ist die Empfehlung meist relativ klar: erst Reha.
In diesem Artikel erfährst du, wann eine OP sinnvoll ist, wann sie genauso gut ist wie eine konservative Reha und wann sie sogar SCHLECHTER abschneidet!
Inhalte
1. Wozu ist der Meniskus überhaupt da?
Der Meniskus ist nicht einfach nur ein „Stoßdämpfer“.
Er hat drei zentrale Funktionen:
- Lastverteilung im Kniegelenk
→ Schutz für den Gelenkknorpel - Stabilisierung des Gelenks
- Unterstützung von Gelenkernährung und Propriozeption
→ die Wahrnehmung deines Knies im Raum
Wird viel Meniskusgewebe entfernt, verändern sich die Belastungslinien im Knie:
Die Last wirkt auf kleinere Flächen, die Punktbelastung steigt und damit langfristig das Risiko für Kniearthrose.
Darum lautet der Grundsatz moderner Kniechirurgie und Reha:
„Meniskus möglichst erhalten, wenn es geht.“
2. Traumatischer vs. degenerativer Meniskusriss
Nicht jeder Meniskusriss ist gleich. Grob unterscheiden wir zwei Typen:
Traumatischer Meniskusriss
- oft bei jüngeren, aktiven Menschen
- typischerweise nach Sport oder Unfall
- meist klares Verletzungsereignis („umgeknickt“, „verdreht“, „eingeklemmt“)
Degenerativer Meniskusriss
- häufiger ab etwa Alter 40/50+
- schleichender Beginn, kein klares Trauma
- im MRT extrem häufig, oft als Zufallsbefund!
- wird heute eher als Teil eines Arthrose-Prozesses verstanden, nicht als isoliertes Meniskusproblem
Wichtiger Punkt:
Ein Riss im MRT heißt nicht automatisch, dass dieser Riss deine Schmerzen verursacht.
3. Meniskusriss OP beim traumatischen Riss?
Früher wurde bei einem traumatischen Meniskusriss oft schnell zur Meniskektomie (Teilentfernung) geraten – also „kaputtes Stück wegschneiden“.
Heute hat sich der Trend gedreht:
- Ziel ist, wenn möglich, eine Meniskusnaht (Repair) und damit Erhalt des Gewebes
- vor allem bei jungen, aktiven Personen
Warum?
- Eine Teilentfernung kann kurzfristig die Beschwerden schnell verbessern
- Langfristig steigt aber das Risiko für Knorpelschäden und Arthrose, je mehr Meniskus fehlt
Reha-first vs. frühe OP (traumatischer Meniskusriss)
Neue Studien (z. B. DREAM-Trial und STAR-Trial) vergleichen:
- frühe OP (Repair oder Teilentfernung)
mit - strukturierter Physiotherapie zuerst + Option auf spätere OP
Ergebnis:
Im Durchschnitt ist die frühe OP nicht besser als ein Reha-first Ansatz.
Ein Teil der Patienten lässt sich später doch operieren – landet aber am Ende auf einem vergleichbaren Funktionsniveau.
Das bedeutet:
Du „verpasst“ deine Chance auf eine erfolgreiche OP nicht, nur weil du zuerst einen konservativen Therapieversuch machst!
Es ist aber natürlich davon abhängig, welche Rissform du hast (Korbhenkel, Längsriss, Querriss, etc.) und WO der Riss ist.
Der Meniskus wird unterschiedlich stark durchblutet:

- Im äußeren Ring ist die Durchblutung super (Rote Zone)
- Im mittleren Ring ist die Durchblutung okay (Rot-Weiße Zone)
- Im inneren Ring ist die Durchblutung schlecht (Weiße Zone)
Bedeutet:
Je weiter außen der Riss ist, desto besser sind die Heilungs-Chancen.
Fazit traumatischer Riss:
- Es gibt heute zwei valide Optionen:
- Reha-first (8–12 Wochen), OP falls nötig
- frühe OP mit Fokus auf Meniskuserhalt
- Die Entscheidung sollte gemeinsam getroffen werden:
Ziele, Sportniveau, Rissform, Begleitverletzungen, Lebenssituation
4. Meniskusriss OP beim degenerativen Riss?
Beim degenerativen Meniskusriss ist die Evidenzlage deutlich klarer.
- Degenerativer Riss ohne echte mechanische Blockade durch den Meniskus
→ fast immer Reha zuerst
Warum?
- Viele Beschwerden kommen eher von einer begleitenden Kniearthrose als vom Meniskus selbst
- Große Studien mit 40–70-Jährigen zeigen:
Eine arthroskopische Teilentfernung ist nicht besser als- Placebo-OP oder
- strukturiertes Training
Eine Meniskus-OP bei bereits deutlicher Arthrose macht das Knie nicht automatisch ruhiger – manchmal ist es danach sogar schwerer, Schmerzen und Reizung wieder zu beruhigen.
Fazit degenerativer Riss:
Degenerativ + keine relevante Blockade = Physiotherapie und Training zuerst, OP nur bei klaren Ausnahmen.
Training bei degenerativem Riss gestalten mit dem Pain-Guide
Wenn es sich bei dir um einen traumatischen Riss handelt und du jetzt konservativ an die Sache rangehen möchtest, empfehle ich dir einen PLAN statt einfach blind drauf loszutrainieren.
Genau diesen Plan bekommst du in meinem kostenlosen Pain Guide! Das erwartet dich:
- Den wahren Grund, warum deine Therapie bisher nicht wirklich geholfen hat
- Die häufigsten Fehler, die Sportler mit Schmerzen machen – und wie du sie vermeidest
- Unser bewährter 5‑Schritte-Prozess, mit dem wir bereits über 100 Sportler dauerhaft zurück in ihre Sportart gebracht haben
- Eine Checkliste zum Ausfüllen, mit der du die Inhalte direkt auf deine Situation anwenden kannst
5. Welche Meniskusriss OP Arten gibt es – und was bedeutet das für die Reha?
Grundsätzlich gibt es drei wichtige OP-Varianten.
A) Partielle Meniskektomie (Teilentfernung)
- Ein Teil des Meniskus wird entfernt
- Ziel: so wenig wie möglich wegnehmen
Reha-Schwerpunkte:
- Schwellung reduzieren
- Beweglichkeit (ROM) zurückgewinnen
- Normales Gangbild herstellen
- Quadrizepskraft aufbauen
Warum der Quadrizeps so wichtig ist:
Wenn er schwach ist, laufen und landen viele mit weniger Kniebeugung, eher „steif“.
Die Kräfte landen dann stärker auf anderen Strukturen (z. B. Hüfte, Gegenseite) → Überlastungsprobleme.
Pragmatische Orientierung für Rückkehr in den Sport oder ins Joggen:
- etwa 80 % Kraftsymmetrie zwischen betroffenem und nicht betroffenem Knie
Der Meniskus selbst muss nach einer Teilentfernung nicht „heilen“ – aber die Belastung im Knie ist dauerhaft verändert, je nachdem, wie viel entfernt wurde.
B) Meniskusnaht (Repair)
Hier soll der Meniskus erhalten werden.
- Reha ist meist länger, grob 4–6 Monate bis zu sportlicher Belastung
- Anfangs oft Limitierung von Belastung und Beugung, besonders bei komplexen Rissen oder Wurzelrissen
- Heilungschancen hängen stark von der Risslokalisation ab (besser durchbluteter äußerer Ring vs. innerer Bereich)
Je nach Studie liegt das Risiko, dass die Naht nicht hält und eine erneute OP nötig wird, im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich.
C) Meniskustransplantation
- eher “Rettungseingriff” bei stark geschädigtem Meniskus, um ein künstliches Kniegelenk nach hinten rauszuschieben.
- häufig kombiniert mit Osteotomie (knöcherne Achskorrektur)
- Ziel ist meist nicht die Rückkehr in den Hochleistungssport, sondern schmerzärmerer, funktioneller Alltag
6. Meniskusriss OP: Was heißt das jetzt konkret für dich?
Die entscheidende Frage lautet nicht einfach „OP ja oder nein?“, sondern:
- Welche Art Riss habe ich (traumatisch vs. degenerativ)?
- Habe ich echte mechanische Blockaden oder „nur“ Schmerzen bei Belastung?
- Habe ich schon einen ernsthaften Reha-Versuch hinter mir (8–12 Wochen, strukturiert, nicht nur „bisschen Übungen“)?
- Welche Ziele habe ich (Alltag vs. Leistungssport)?
Grober Leitfaden:
- Traumatischer Meniskusriss + jung/aktiv:
- Reha-first mit Option auf spätere OP oder
- frühe OP mit Fokus auf Meniskuserhalt, wenn der Riss reparabel ist
- Degenerativer Meniskusriss + keine Blockade:
- fast immer Reha zuerst, OP nur bei klaren Indikationen
Eine gute Entscheidung entsteht, wenn Bildgebung, Symptome, Funktion und Ziele gemeinsam betrachtet werden – nicht nur der MRT-Befund.
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